Dass Feinstaub krank macht, ist schon lange bekannt. Doch dass die Gefahr, an Covid-19 zu erkranken und sogar daran zu sterben, bei Feinstaubbelastung signifikant größer ist, wird vielen neu sein.

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Viren verbreiten sich leichter

Dabei ist Elektrosmog, vor allem hochfrequente Strahlung, Mitverursacher der Belastung. Und wohl mit ein Grund dafür, warum Lockdowns, Abstand und FFP2-Masken nicht die erwarteten Ergebnisse liefern. Man könnte es für eine Verschwörungstheorie halten, doch die Tatsachen sprechen für sich. Bergamo, die italienische Industriemetropole mit der größten Feinstaubbelastung Europas, und Wuhan, Stadt mit der größten Feinstaubbelastung Chinas, hatten die meisten Corona-Toten. Ein Zufall?

Forscher des Max Planck-Instituts meinen, nein. Wo die Luftverschmutzung groß ist, sterben Menschen häufiger an Corona, erleichtert der Feinstaub doch Viren sich leichter zu verbreiten. Zusätzlich zum „feuchten“ Übertragungsweg von Mensch zu Mensch gibt es offenbar einen weiteren „trockenen“ Viren-Übertragungsweg durch Feinstaub.

Jeder fünfte Corona-Tote durch Feinstaub

Luftverschmutzung ist eine ernst zu nehmende Gefahr für die Gesundheit geworden. Viele fragen sich, wie lange wir die vielen neuen Gefahren aushalten werden. Wir erinnern uns noch alle an den ersten „Lockdown“ als wir aufgeatmet haben, weil die Luft auf einmal sauber war, der Himmel wieder blau. Wie gefährlich Feinstaub aber wirklich ist, ist noch kaum jemandem bewusst. Es sind dabei bei weitem nicht nur diejenigen gefährdet, die durch Smog und Abgase bereits Schaden an den Atemwegen oder am Herz-Kreislauf- System genommen haben.

Feinstaub gefährdet alle, ist er doch ein Übertragungsweg für Viren. Untersucht wurden Körner mit maximal 2,5 Mikrometern Größe, die lungengängig sind und schnell in den Blutkreislauf gelangen. Viren heften sich an solche Feinstaubpartikel und bleiben dann länger intakt, können deshalb auch mehr Menschen anstecken. Da Feinstaubpartikel mühelos FFP2 Masken durchdringen, schützen weder Masken noch Abstand halten, wenn virenbelasteter Feinstaub in der Luft liegt.

Feinstaub aktiviert den Rezeptor Für Viren

Nicht genug, dass Lunge, Herz und Gefäße durch Feinstaub vorgeschädigt werden, Feinstaub erhöht auch noch die Aktivität des ACE-2-Rezeptors auf der Zelloberfläche – die Eintrittspforte für das Andocken des Virus. Damit steigt die Ansteckungsgefahr noch einmal. Es kann sich dann verstärkt in Lunge, Blutgefäßen und Herz ausbreiten. Und damit erhält die Forderung nach einem Klimawandel ein weiteres wichtiges Argument: Unsere Gesundheit. Denn selbst wenn Impfung und Herdenimmunität der momentanen Situation ein Ende setzen, ist es nur eine Frage der Zeit, bis das nächste Virus kommt.

Dies ist Teil 1 des Artikels von Dr. phil. Doris Steiner-Ehrenberger und ist im Magazin 02/2021 von „Lebe natürlich“ erschienen. Lesen Sie morgen Teil 2.

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