Die Untertemperatur, fehlerhafte Temperaturverteilung beziehungsweise mangelhafte Regulation der Körperwärme finden sich bei fast allen chronischen Krankheiten. Hier hat sich ein Heilverfahren durch die Jahrtausende bewährt: die Anhebung der Körpertemperatur.

Temperaturerhöhung als therapeutische Maßnahme

In der Geschichte der Menschheit gibt es viele therapeutische Interventionen. Neben einigen obskuren Auswüchsen medizinischer Maßnahmen, die sich manchmal eher wie ein Schreckenskabinett lesen, hat sich ein Heilverfahren durch die Jahrtausende bewährt: die Anhebung der Körpertemperatur. Nicht zuletzt imitierten heilkundige Männer wie Frauen ja nur die Reaktionen, die der Körper selbst erzeugt, um sich zu heilen.

»Gebt mir die Macht, Fieber zu erschaffen, und ich kann jede Krankheit kurieren«, sagte schon Hippokrates vor rund 2500 Jahren.

Auf der ganzen Welt arbeiten heilende Berufe mit einem ähnlichen Ansatz. Er zieht sich durch alle Kulturen und durch alle Jahrtausende. Die Erhöhung der Körpertemperatur ist in vielen naturheilkundlichen Methoden inbegriffen.

Die Anziehungskraft des Lichts

Wir Menschen lieben das Licht, die Sonne, die Farben. Wir streben alle zum Licht und ähneln damit den Pflanzen, den Bäumen, den Blüten und Blumen. Sie alle suchen das Licht. Licht bedeutet Wärme und Lebenskraft. Wer vergisst, wie wichtig das Licht und die Wärme sowie eine relativ konstante Körperwärme (+/– 0,5°) für unsere Gesundheit sind, vernachlässigt ein Basisprinzip menschlichen Lebens und einen Grundpfeiler des Wohlbefindens und der Lebenskraft.

In allen Naturvölkern steht die Sonne als Licht bringende Kraft an erster Stelle der angebeteten Gottheiten. Das kommt nicht von ungefähr: Der Schöpfer beziehungsweise die Schöpferkraft ist auf die Sonne angewiesen. Dies macht uns darauf aufmerksam, wie wichtig Licht und Wärme für unsere Gesundheit sind. Vom UV-Licht und von der Herstellung von Vitamin D über unsere Haut haben Sie vielleicht schon einmal gehört.

Infrarote Strahlen und die daraus resultierende Wärme

Ebenso wichtig ist aber auch eine andere Strahlung der Sonne: infrarote Strahlen und die daraus resultierende Wärme. Wenn wir der Sonne weniger ausgesetzt sind, weil wir in nördlicheren Breitengraden leben, kann die Bereitstellung der heilenden Infrarotstrahlen als unterstützende Maßnahme mit Infrarotsauna oder Infrarotmatten umso wichtiger sein. Bei einer chronischen Untertemperatur ist es aber oft nicht mehr ausreichend, sich vor eine Infrarotlampe zu setzen oder einmal in der Woche in die Infrarotsauna zu gehen.

Das Mittel der Wahl kann durchaus sein, tägliche Wärmeanwendungen mit Infrarotmatten zu machen. Viele chronisch unterkühlte Menschen profitieren außerordentlich davon, über viele Monate auf Infrarotmatten zu schlafen und damit eine tägliche beziehungsweise nächtliche »Therapie« im Schlaf zu machen. »Schlaf dich gesund« bekommt hier eine neue, außergewöhnliche Bedeutung.

Jahrelange Unterkühlung kann einen derartigen Schaden angerichtet haben, dass es einer langen Unterstützung mit der heilenden Infrarotwärme bedarf, um den gesamten Organismus wieder in die Gesundheit zu begleiten. Die notwendige Wärme und damit die Lebenskraft wieder in unser Leben zu holen und die Ursachen für die todbringende Kälte zu reduzieren ist wichtig. Ihre Gesundheit wird es Ihnen mit mehr Kraft, Vitalität und einem stabilen Immunsystem danken.

Wärmebehandlungen – ein Stützpfeiler der Naturheilkunde

Dabei liegen die Wurzeln der Naturheilkunde und ihre Verfahren gerade in den verschiedenen Wärmeanwendungen.

  • Sauna und Schwitzhütten,
  • Fußbäder,
  • Wechselbäder und Wechselduschen,
  • Abreibungen,
  • Heubäder,
  • warme und heiße Wickel und Umschläge,
  • Fangopackungen und Moorbäder,
  • heiße Heilquellen und Schwefelbäder,
  • wärmende Tees, Öle und Tinkturen

sind alles Anwendungen und Maßnahmen der klassischen Naturheilkunde – in allen Kulturen auf dem ganzen Erdkreis.

Anhebung der Körpertemperatur

Die Behandlung der chinesischen Medizin erfolgt durch Moxibustion, das Abbrennen von getrockneten Kräutern direkt auf oder nahe an der Haut. Dabei werden spezielle Energiepunkte, die auch bei Akupunktur oder Akupressur stimuliert werden, durch die Hitze der abbrennenden Kräuter angewärmt. Manchmal werden ganze Körperareale wie beispielsweise der Unterleib oder der Rücken mit kleinen Kistchen »gemoxt« und damit angewärmt.

In eine ähnliche Richtung weisen auch die heißen Schröpfgläser, die sowohl in der östlichen als auch in der westlichen Medizin eine Rolle spielen. Seit einiger Zeit erfolgt in Naturheilpraxen eine Behandlung durch Auflegen mit warmen Steinen. Und so tauchen immer wieder andere, wertvolle und effektive Methoden aus anderen Kulturen auf, die alle ein Prinzip gemeinsam haben: die Anhebung der Körpertemperatur, entweder systemisch für den ganzen Körper oder lokal für bestimmte Organe, Körperteile oder eben die erwähnten Akupunkturpunkte.

Wärme- und Kälteanwendungen nach Kneipp

Die speziellen Heilmethoden durch Wasseranwendungen von Pfarrer Kneipp sind überwiegend zur Wiederherstellung einer guten Durchblutung und damit der Körperwärme gedacht. Neben den Wärmeanwendungen wurden von Pfarrer Kneipp auch Kälteanwendungen vorgeschlagen und durchgeführt, die entweder bei Entzündungen tatsächlich abkühlen – und in diesen Fällen auch abkühlen sollen – oder die Wärmeregulation durch einen gezielten und kurzen Kältereiz anregen können.

 

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Uwe Karstädt Editor

Der bekannte Heilpraktiker und Gesundheitsautor trägt als Gastautor mit seinen Artikeln zu diesem Blog bei.

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