Eiskalte Hände oder Füße, die sich selbst mit Wärmflaschen im Bett nur langsam und »unwillig« aufwärmen, werden von den Ärzten übersehen oder überhört. Die völlige Missachtung dieser Symptomatik kann nur bedeuten, dass die Hypothermie oder Untertemperatur nicht im Bewusstsein der heilenden Berufe ist, und – wenn überhaupt – dann nur als untergeordnetes Symptom gilt.

Untertemperatur ist ein Thema, was deutlich unterschätzt wird. Da dieses Thema unter unseren Lesern große Resonanz hat,  haben wir unseren Gastautor und Heilpraktiker Uwe Karstädt gebeten, uns mehr über Untertemperatur und ihren Folgen zu berichten.

Untertemperatur fördert Kälteerkrankungen

Chronische Untertemperatur bietet beste Voraussetzungen für eine Reihe von Krankheitsbildern, die von chronischer und energiearmer Natur sind. Diese Erkrankungen sind massiv auf dem Vormarsch. Sie breiten sich wie eine Seuche aus und werden von den Krankenkassen und den Gesundheitsbehörden mit jährlich steigenden Prozentzahlen registriert. Früher noch nahezu unbekannt, geistern diese Namen jetzt durch die Zeitungen, Gazetten und Bücher: Burn-out- Syndrom, chronische Müdigkeit (CFS), Depression, Alzheimer und Demenz, Schlafstörungen, Krebs und viele weitere Kälteerkrankungen. Diese Form der Erkrankungen wird so genannt, weil sie von einer Untertemperatur ausgelöst oder begleitet werden. Als Kälteerkrankung wird diese Art auch bezeichnet, weil sich sowohl die Symptome als auch die Ursachen mit Wärmezufuhr effektiv behandeln lassen, besonders aber mit Infrarotstrahlung. Dazu später mehr.

„Mir ist kalt“ ist zu banal

Leider werden Sie mit dem »läppischen« Symptom einer Kälteempfindung in der Regel kaum ernst genommen, weder von Ihren Mitmenschen noch von Ihrem Arzt. Wenn Sie nicht mit Fieber ankommen oder mit einer schmerzenden Blutung, sondern einfach mit einem »Mir ist oft kalt«, wird Ihnen selten jemand wirklich Aufmerksamkeit schenken. »Mir ist kalt« ist zu banal. Das klingt für viele wie »Ich habe keine Lust«. Viele Mitmenschen nehmen solch eine Aussage als schlechte Entschuldigung oder Unpässlichkeit wahr. Während sich eine erhöhte Körpertemperatur oder Fieber als konkret fühlbare und gleichermaßen alarmierende Abweichung von der Norm und als Zeichen für ernst zu nehmende Krankheiten etabliert hat, gilt Kälte als ein bemitleidenswertes Phänomen. Die Missachtung einer Klage über Kälte endet damit meistens als unterlassene Hilfeleistung.

Nichtbeachtung ist ein schwerer Fehler

Ich erachte die Nichtbeachtung als einen schwerwiegenden Fehler, da hiermit ein grundlegendes Lebensprinzip vernachlässigt wird. Wärme und Licht sind ein fundamentales Bedürfnis des Lebens, eine notwendige Voraussetzung für allen Stoffwechsel und jegliche Aktivität. Wärme ist wie unsere Atmung ein Lebensprinzip und gehört so selbstverständlich zum Leben wie unser Herzschlag. Beides übrigens – Atmung und Herzschlag beziehungsweise Puls – verlangsamen sich bei niedrigen Köpertemperaturen.

»Zieh dir halt was Warmes an«, wird Ihnen dann als guter Rat mit auf den Weg gegeben. Gut gemeint vielleicht, aber erfahrungsgemäß nicht ausreichend. Kurzfristig mag das helfen, gerade bei akuten Zuständen von Kälte und Erkältung. Bei chronischen Zuständen wird es nicht nützen. Ein Heftpflaster auf einer infizierten Wunde ist nicht genug und als einzige Behandlung nicht hinnehmbar. Ebenso wenig kann man eine Untertemperatur aufgrund einer chronischen Erkrankung einfach so mit ein paar warmen Socken und einer zusätzlichen Strickjacke beseitigen.

Fehlende Wärme bedeutet mangelnde Energie

Bemerken Sie mit Freude, wie ungewöhnlich entspannt und angenehm es sich anfühlt, wenn Sie in der Sauna sind oder gerade aus der Badewanne steigen?

Eine Patientin mit Gelenkschmerzen berichtete mir, wie ihre Schmerzen nach wenigen Stunden auf einer Matte mit Infrarotstrahlen förmlich wie ein Eisblock in der Sonne dahinschmolzen und dass sich ihr verstopfter Darm nach zwei weiteren Stunden endlich und zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder vollständig entleerte. Fehlende Wärme bedeutet fehlender Stoffwechsel, fehlende Vitalkraft und mangelnde Energie. Ein reibungslos funktionierender Stoffwechsel, »brummende« Vitalkraft und viel Energie sind unerlässliche Voraussetzungen für gute Gesundheit, gut für den Körper und heilsam für die Psyche. Eine Körperwärme von 37° C steigert Leistung sowie Lebendigkeit und sorgt für gute Stimmung. Das ist einfach und leicht zu verstehen. 

Die Medizin kümmert sich nur um Fieber

Zu einfach für unsere komplizierte Medizin? Zu simpel für die Apparatemedizin? Hat Ihnen Ihr Hausarzt einmal aufgetragen, Ihre Körpertemperatur zu messen? Sicherlich nur, wenn er eine erhöhte Temperatur vermutet hat. Tatsache ist jedenfalls, dass ein Fieberthermometer dem Namen nach Fieber messen soll und keine Untertemperatur. Allein der Name des Messgerätes verrät schon, worauf der Mediziner hier Wert legt. Sonst hätte man es vielleicht Temperaturmessgerät genannt. Ein Arzt horcht erst bei gemessenen Fiebertemperaturen auf, aber nicht bei Temperaturen von 36° abwärts (Es sei denn, der Notarzt hat Sie gerade aus einer Lawine oder einem Eisbach gezogen).

Die Aufmerksamkeit des Arztes liegt beim Fieber und nicht beim entgegengesetzten Ende der Fahnenstange – der Hypothermie. Das hat Tradition. Das medizinische Können wurde über die vergangenen Jahrhunderte hinweg durch schwere Infektionserkrankungen geformt, die überwiegend mit Fieber einhergingen. Auch die Medikamente, die in den zurückliegenden Jahrhunderten entwickelt wurden, hatten fast durchweg die Zielsetzung, Infektionen zu bekämpfen. Daraus entstand ein ganzes Arsenal an pharmazeutischen Waffen gegen Fieber beziehungsweise gegen Krankheiten, die hohe Temperaturen hervor bringen. Wer aber einen großen Anteil der heutigen Erkrankungen sieht, die viel eher chronisch, energiearm, sklerosierend, das heißt verfestigend und verhärtend sind und mit Kälte einhergehen, müsste umdenken. Doch dies ist leider bis heute noch nicht, und wenn überhaupt, dann sicherlich nicht ausreichend passiert.

Hypothermie nicht im Bewußtsein der Ärzte

Viele meiner Patientinnen und Patienten, die von ihrer Leidens- Odyssee berichten, erzählen von jahrzehntelangen Symptomen einer Hypothermie, ohne dass je von ihren behandelnden Ärzten wenigstens einmal die Körpertemperatur gemessen wurde. Eiskalte Hände oder Füße, die sich selbst mit Wärmflaschen im Bett nur langsam und »unwillig« aufwärmen, werden von den Ärzten übersehen oder überhört. Die völlige Missachtung dieser Symptomatik kann nur bedeuten, dass die Hypothermie nicht im Bewusstsein der heilenden Berufe ist, und – wenn überhaupt – dann nur als untergeordnetes Symptom gilt. Wie wichtig eine ausreichende Körpertemperatur von 37° ist, entgeht leider dem Großteil der medizinischen Berufe, aber auch den betroffenen Menschen selbst. Meine Hoffnung ist, dass mein Buch dazu beitragen kann, die Bedeutung von 37° C als ideale Körpertemperatur für eine optimale Gesundheit ins Bewusstsein zu bringen.

Der Begriff der »Hypothermie« wird in der Terminologie der Mediziner erst bei Körpertemperaturen von 35° abwärts verwendet. Dabei spricht man von einer milden Hypothermie, wenn sich Menschen in einem Temperaturbereich von 32–35° befinden. Auch dies ist kennzeichnend für eine Medizin, die einer Abweichung von 2° auf der Skala nach oben – also bei einem Fieber von 39° C – durchweg eine größere Bedeutung beimisst.

 

Wenn Sie mehr zum Thema erfahren möchten, empfehle ich Ihnen mein Buch „37° – Das Geheimnis der idealen Körpertemperatur für optimale Gesundheit“ .

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Uwe Karstädt Editor

Der bekannte Heilpraktiker und Gesundheitsautor trägt als Gastautor mit seinen Artikeln zu diesem Blog bei.

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No Thoughts on Untertemperatur ist in der Medizin noch Banalität

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