Körperwärme – Die unterschätzte Kraft der

Körperwärme wird gerne als Faktor für unsere Gesundheit und Wohlbefinden unterschätzt. Was ist aber eine optimale Körpertemperatur und was können wir tun?

Raynaud-Syndrom führt mich zum Thema

Ich sitze an meinem Schreibtisch und schaue hinaus auf den Schnee, der die letzten Tage hinunter gekommen ist. Er schmilzt bereits. Es ist grau in grau und naßkalt. Genau das Wetter, das ich am wenigsten mag, weil mir dabei so schnell kalt wird. Ich habe dann das Gefühl, dass mir die Kälte bis auf die Knochen in den Körper hineinkriecht. Die Heizung ist hochgedreht, eine Wärmflasche im Rücken und eine unter meinen Füssen. Ein guter Zeitpunkt, mich näher mit Körperwärme zu beschäftigen und etwas darüber zu schreiben, vor allem weil bei mir seit ein paar Jahren das Raynaud-Syndrom auftritt. Das Raynaud-Syndrom zeigt sich bei mir im Sommer beim Baden in Seen und Flüssen. Trotz moderater Wassertemperaturen machen sich nach wenigen Sekunden Durchblutungsstörungen an Zehen und Finger schmerzhaft und sichtbar durch weißliche Verfärbungen bemerkbar.

Die optimale Körpertemperatur

Seit ein paar Monaten steht das Buch „37 Grad – Das Geheimnis der idealen Körpertemperatur für optimale Gesundheit“, vom Heilpraktiker Uwe Karstädt ganz oben auf meiner Leseliste. Irgendwie macht das Thema über die optimale Körpertemperatur für mich Sinn, weil mir ausreichend Wärme gut tut. Es entspannt mich und macht zufrieden. 37 Grad, genauer gesagt zwischen 36,7 Grad und 37,3 Grad liegt die optimale Körperwärme eines Menschen. Sie können es selbst ausprobieren: Messen Sie über mehrere Tage mal mit einem herkömmlichen Thermometer ihre Temperatur, ob sie im optimalen Bereich liegen.

Die Bedeutung der Körpertemperatur für unser Leben

Eine Temperatur, die unterhalb der optimalen Körpertemperatur liegt, bedeutet Stress für den Körper. Dauerstress hat Auswirkungen auf mein Wohlbefinden, meine körperliche und psychische Gesundheit und im Grunde auf mein ganzes Leben.

Beispielsweise kann mein ganzer Verdauungsapparat davon betroffen sein und nicht richtig arbeiten. Jetzt verstehe ich, warum mir vor Jahren ein ayurvedischer Arzt empfohlen hat, heißes Wasser zu trinken. Bis zum heutigen Tag mache ich das regelmäßig, weil es mir gut tut. 

Wer viel mit dem Kopf arbeitet, bringt zwar Wärme in den Kopf, aber damit raus aus dem restlichen Körper. Das kenne ich auch sehr gut, vor allem als ich früher stundenlang im Büro gesessen habe. Oft bin ich nach der Arbeit in die Sauna, um mich zu entspannen und zu wärmen. 

Körperliche Bewegung ist wichtig, um das Blut in Bewegung zu bringen und damit Wärme für den Körper zu erzeugen. Außerdem wird dadurch das Herz entlastet. Und wer fühlt sich nicht gut nach ein paar Bewegungseinheiten?

Ein untertemperierter Körper neigt zu Übergewicht. Das macht für mich Sinn, denn Fett soll ja vor Kälte schützen. Der berühmte Winterspeck in der kalten Jahreszeit ist wahrscheinlich den Meisten bekannt.

Auch Genussmittel, wie Zigaretten und größere Mengen Alkohol, kühlen den Körper aus. Es ist gut, sich das immer wieder mal vor Augen zu führen und vielleicht wenigstens das ein oder andere Mal darauf zu verzichten.

Was ich sehr interessant finde, ist, dass eine regulierte Körperwärme psychische Probleme, wie Depression, mindern kann. Außerdem können  Umweltgifte vom Körper besser ausgeschieden werden. 

Gute soziale Bindungen führen zu Entspannung und damit zu einer regulierten Durchblutung. Das wiederum hat Einfluss auf unsere Körperwärme. Aus meiner eigenen Praxis weiß ich, wie elementar wichtig gute Beziehungen für unsere Gesundheit und unsere Lebensfreude sind.

Infrarotstrahlen kommen eine besondere Bedeutung zu. Sie kommen natürlicherweise von der Sonne und dringen tief in Pflanzen, Tiere und Menschen ein. Wir kennen wahrscheinlich alle dieses Gefühl, tief innerlich gewärmt zu sein, wenn wir frisch aus dem Urlaub aus dem warmen Süden heimkehren und uns die kälteren Temperaturen in den ersten Tagen nichts anhaben können.

Was kann ich für eine optimale Körpertemperatur tun?

Aber was kann ich nun tun, um mich mit Wärme optimal zu versorgen? Vor allem, wenn ich vielleicht viele Stunden im Büro verbringe und mir nicht jedes Jahr, vor allem in der Winterzeit, einen langen Urlaub im Süden leisten kann?

  • Ich lerne für mich, dass warme Kleidung, gut gewärmte Räume, warme Nahrung und Getränke und viel Bewegung an der frischen Luft schon viel bewirken können, um meine Körpertemperatur optimal zu halten.
  • Menschliche und warmherzige Beziehungen sind sehr wichtige Aspekte für meine Gesundheit und für die Lebensfreude in meinem Leben. Meine Freundschaften werde ich pflegen und mich daran erinnern, dass ein guter Umgang miteinander etwas Gutes auch für meinen Körper bedeutet.
  • Vor gut einer Woche kam ich in den Genuss einer Wärmematte mit langwelligem Infrarot, die mir eine Freundin geliehen hatte. Ich hatte mich erkältet und wollte schnell wieder gesund werden. Bald hatte ich den Eindruck, dass mein Körper nun in den Heilungsmodus überging und gut mit der Erkältung zurecht kam. Zu meiner Überraschung gehörten die Erkältungssymptome bald der Vergangenheit an. Am liebsten hätte ich die Infrarot-Wärmematte nicht mehr hergegeben. Jetzt werde ich mir selbst eine besorgen und hoffen, dass sich im nächsten Sommer das Raynaud-Syndrom bei mir verabschieden wird.

Heilpraktikerin für Psychotherapie, Traumatherapeutin und Kunsttherapeutin. Mein Spezialgebiet ist emotionale Bewusstseinsarbeit zur Integration eigener und transgenerativer traumatischer Erfahrungen. Ich arbeite in München in eigener Praxis und online mit Menschen weltweit auf Deutsch, English und Französisch.

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