Was ist Untertemperatur und was Kerntemperatur?

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Im Gegensatz zum Fieber ist eine Untertemperatur niemals gesund oder natürlich. Sie ist für sich selbst eine Ursache für Krankheiten und löst eine Kaskade von Fehlfunktionen aus, die sich dann in vielfältigen Symptomen äußern. Unser Gastautor Uwe Karstädt, Heilpraktiker und Gesundheitscoach ist Experte auf dem Gebiet.

Fieberthermometer

Kern- statt Körpertemperatur

Wir sprechen von einer Körpertemperatur, meinen aber im Grunde genommen die Kerntemperatur in Kopf und Rumpf.

Carl Reinhold August Wunderlich (1815‒1877) führte zu seiner Zeit circa eine Millionen Temperaturmessungen bei 25.000 Menschen aus und fand heraus, dass die durchschnittliche Körpertemperatur bei 37° C (98,6° F) lag. Natürlich gab es Unterschiede je nach Rasse, Geschlecht, Tages- und Jahreszeit. In den heutigen Physiologiebüchern liest man eher von Temperaturbereichen von 36,1°‒37,1°, die als Normalwerte angeführt werden. Normal sind diese Werte im Sinne von „Mit diesen Werten müssen Sie heutzutage bei den Menschen rechnen“.

Natürlich beziehungsweise optimal für einen gesunden Menschen sind diese Temperaturen aber nicht. Der kranke und geschwächte Organismus mag heutzutage durchaus die Norm sein. Das als natürlich zu bezeichnen bedeutet aber, dass man mit dieser Aussage die Voraussetzungen für eine optimale Gesundheit verkennt. Man kann also davon ausgehen, dass die Körpertemperaturen der Menschen zum heutigen Zeitpunkt um mindesten 0,5° unter denen liegen, die vor rund 180 Jahren normal waren.

Volkskrankheit UntertemperaturTemperaturverlust

Die 0,5° C Temperaturverlust entsprächen auch den statistischen Auswertungen des japanischen Wissenschaftlers Ishihara Yumi, Ph.D., der einen Abfall der Körpertemperatur bei der japanischen Bevölkerung um durchschnittlich 0,5° in den vergangenen 50 Jahren beobachtete. Obwohl solch eine Statistik ein Licht auf das Absinken der Körpertemperatur insgesamt wirft, sollten wir dabei nicht übersehen, dass es uns um die individuelle Auswirkung von Untertemperaturen auf den jeweiligen Menschen geht.

Wenn Sie sich chronisch in Untertemperaturen aufhalten, nützt Ihnen die schönste Statistik nichts. Dennoch werfen Statistiken ein Licht auf eine Tendenz und liefern die Antwort der Medizin beziehungsweise der politischen Entscheidungen in Bezug auf die Gesundheit.

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»Normwerte« und ihre Bedeutung

Dies ist auch der Grund, warum Normwerte sich immer wieder verändern. So wurde beispielsweise ein Homocysteinwert von 8‒16 μmol/L noch vor zehn Jahren als »normal« bewertet, während die meisten Labore heute einen Normwert von 6‒10 μmol/L für »normal« halten. Bei anderen Blutwerten kann das je nach Wunsch der Verantwortlichen schon mal ganz anders verlaufen. So wurde ein Cholesterinrichtwert im Laufe der Jahre immer weiter abgesenkt. Das Ergebnis war, dass plötzlich 80 Prozent der Bevölkerung laut der neuen Normwerte einen gefährlich hohen Cholesterinwert haben, der behandlungswürdig ist.

Damit erhöht sich die Anzahl der jetzt plötzlich „kranken oder gefährdeten“ Menschen gravierend, und die entsprechenden Medikamente lassen sich vorzüglich verkaufen: Cholesterinsenker beziehungsweise Statine sind seit Jahren der „Renner“, das heißt ein „Blockbuster“.

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Richtwerten für Umweltgifte

Bei Richtwerten für Umweltgifte und radioaktive Strahlung geht man den gegenläufigen Weg. Um die Bevölkerung zu beschwichtigen, setzt man einfach die Normwerte um die zehnfache Menge hoch, und schon hat man eine saubere und strahlungsfreie Umgebung. Natürlich ohne sich um die erhöhten Werte (im Wertekanon vor der Erhöhung) kümmern zu müssen. Geschehen und nachzulesen kurz nach dem Reaktorunglück von Fukushima im Jahr 2011.

Bei der Körpertemperatur kann man von einem Optimum sprechen, wenn sich der Mensch innerhalb eines relativ schmalen Temperaturfensters von 36,7°‒37,3° befindet. Alle anderen davon abweichenden Temperaturen gehen entweder in Richtung Fieber oder in Richtung einer Untertemperatur, der sogenannten Hypothermie.

Untertemperatur

Die Bedeutung von Fieber und Hypothermie

Jeder Arzt horcht auf, wenn Sie ihm von einer beständigen und wochenlangen Körpertemperatur von 38° berichten. Kurzfristig wird er eine erhöhte Temperatur in Kauf nehmen. Langfristig muss er und wird er entsprechende Maßnahmen ergreifen beziehungsweise sich bemühen, die Ursachen für diese Temperaturentgleisung herauszufinden. Ganz anders sieht es aus, wenn Sie ihm von einer wochenlangen oder ständigen Temperatursenkung von 36° berichten beziehungsweise von kalten Händen und Füßen. Dann werden Sie höchstwahrscheinlich mit einem Schulterzucken und dem ärztlichen Rat abgespeist werden, sich ein Paar warme Socken anzuziehen.

In der Schulmedizin gilt das Augenmerk dem Fieber, nicht der Untertemperatur. Dies widerspricht der Bedeutung dieser zwei Krankheitszeichen. Eine Untertemperatur ist der ernstere Zustand. Fieber – wenn es nicht überbordend ist und aus dem Ruder läuft – kann man als aktiven Ausdruck einer Körperreaktion sehen, der auf einem gut funktionierenden Immunsystem und auf einer kraftvollen körperlichen Ausgangssituation beruht. Dieser Körper kann Fieber produzieren und ist damit zu einem Korrektiv fähig. Selbstverständlich gibt es auch hier Ausnahmen, und man ist gut beraten, sich dessen immer bewusst zu sein.

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Fieber und das Immunsystem

Fieber bedeutet auch einen Lernprozess für den Körper. Das Immunsystem lernt, mit Erregern umzugehen, merkt sich deren Erkennungszeichen und trainiert sich selbst für kommende Aufgaben. Beide Fakten lassen sich bei Kindern beobachten. Sie entwickeln meistens schnell und heftig Fieber, das in der Regel nur kurz anhält. Danach sind sie »geläutert« und innerhalb kurzer Zeit wieder voller Kraft und Energie.

Untertemperatur als Ursache für Krankheiten

Im Gegensatz zum Fieber ist eine Untertemperatur niemals gesund oder natürlich. Sie ist für sich selbst eine Ursache für Krankheiten und löst eine Kaskade von Fehlfunktionen aus, die sich dann in vielfältigen Symptomen äußern. Diese Symptome drücken sich auf der körperlichen, aber auch auf der psychischen Ebene aus. Obwohl weit weg von natürlichem Vorkommen, ist die Untertemperatur inzwischen leider der Normalfall. Ich entdecke niedrige Körpertemperaturen bei circa 70 Prozent meiner Patienten. Untertemperatur ist ein Ausdruck des geschwächten Immunsystems, das nicht mehr in der Lage ist, aus diesem kranken Zustand zu lernen.

Untertemperatur

Untertemperatur ist kein Kavaliersdelikt

Hypothermie schafft ein Milieu und damit die Voraussetzung für die Ausbreitung von Erregern und chronischen Infektionen. Sie ist ein Zeichen für Degeneration und Zelltod. Untertemperatur ist demnach eben kein »Kavaliersdelikt«, wie es gerne von der Medizin betrachtet wird. Ein Paar warme Socken sind kein adäquater Therapieansatz für Hypothermie.

 

Lesen Sie mehr zum Thema in meinem Buch „37 Grad – Das Gehemnis der idealen Körpertempaeratur“. Buch von Uwe Karstädt

 

Uwe Karstädt Editor

Ich erlebe es tagtäglich an meinen Patienten: Gesundheit heißt im Einklang sein mit ihrem gesamten Organismus und der Welt um sie herum. Sie sind für ein gesundes Leben bestens ausgerüstet. Denn:
Gesundheit ist das natürlichste auf dieser Welt.

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