Was ist Digital Detox?

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In Zeiten von Corona sitzen wir noch länger und häufiger vor unseren Computern, Tablets, Smartphones und Fernseher. Das reduziert unsere echten sozialen Interaktionen und bereitet zusätzlichen Stress. Digital Detox, der Verzicht auf technische Geräten für eine definierte Zeitspanne, ist eine sinnvolle Alternative zum Entschleunigen für Körper, Herz und Geist.

Digital Detox bezieht sich auf eine Zeitspanne, in der eine Person auf die Nutzung von technischen Geräten verzichtet. Dazu zählen Smartphones, Fernsehern, Computer, Tablets und Social-Media-Seiten. Die „Entgiftung“ von digitalen Geräten wird oft als eine Möglichkeit gesehen, sich auf soziale Interaktionen im realen Leben ohne Ablenkungen zu konzentrieren. Durch den zumindest vorübergehenden Verzicht auf digitale Geräte können Menschen den Stress loslassen, der aus ständiger Konnektivität resultiert.

Gründe für eine digitale Entgiftung

Es gibt viele Gründe, warum Sie Ihr Mobiltelefon und andere elektronische Geräte für eine kurze Zeit aufgeben möchten. Vielleicht möchten Sie Zeit für sich selbst genießen, ohne die Störungen, die Ihr Telefon und andere Geräte verursachen. Oder Sie haben das Gefühl, dass Ihre Gerätenutzung übermäßig geworden ist und zu viel Stress in Ihr Leben bringt. Manche haben sogar das Gefühl, dass sie süchtig nach ihren Geräten sind. Viele Experten glauben, dass die übermäßige Nutzung von Technik und Endgeräten eine sehr reale Verhaltenssucht darstellt. Diese kann zu physischen, psychologischen und sozialen Problemen führen.

 

 

Was die Forschung sagt

Technologie kann stressig sein

Viele Menschen haben oft das Gefühl, dass ein Leben ohne ihre technischen Geräte nicht mehr vorstellbar ist. Untersuchungen und Umfragen ergaben, dass die Nutzung von Technologie auch zu Stress beitragen kann. Für viele ist es die allgegenwärtige digitale Verbindung. Hinzu kommt die ständige Notwendigkeit, E-Mails, Texte und soziale Medien zu überprüfen, die den Großteil dieses technischen Stresses ausmachen.

Digitale Geräte können den Schlaf stören

Es gibt auch Hinweise darauf, dass die intensive Nutzung von Geräten, insbesondere vor dem Schlafengehen, die Schlafqualität und -quantität beeinträchtigen kann. Eine Studie fand heraus, dass Kinder, die vor dem Schlafengehen digitale Geräte nutzen, signifikant schlechter und weniger schlafen. Forscher haben auch herausgefunden, dass die Nutzung elektronischer sozialer Medien im Bett negative Auswirkungen auf den Schlaf und die Stimmung hat. Die Ergebnisse zeigten, dass die Nutzung sozialer Medien, nachts im Bett liegend, die Wahrscheinlichkeit von Angstzuständen, Schlaflosigkeit und einer kürzeren Schlafdauer erhöht.

Starke Gerätenutzung und psychische Probleme

Eine Studie, die in der Zeitschrift Child Development veröffentlicht wurde, fand heraus, dass eine starke tägliche Nutzung von Technologien mit einem erhöhten Risiko für psychische Gesundheitsprobleme bei Jugendlichen verbunden war. Forscher der University of Pennsylvania veröffentlichten eine erste Studie, die die Nutzung von Social-Media-Seiten wie Facebook, Snapchat und Instagram mit einem verminderten Wohlbefinden in Verbindung bringt. 

Auswirkungen auf die Work-Life-Balance

Das Gefühl, immer verbunden zu sein, kann es schwierig machen, Grenzen zwischen Privatleben und Arbeitsleben zu ziehen. Selbst zu Hause oder im Urlaub, kann es schwer sein, der Versuchung zu widerstehen, E-Mails zu checken, auf eine SMS eines Kollegen zu antworten oder Social-Media-Konten zu besuchen. Ein digitaler Entzug kann helfen, eine gesündere, weniger stressige Work-Life-Balance zu erreichen.

Sozialer Vergleich

Menschen, die viel Zeit in sozialen Medien verbringen, ertappen sich dabei, wie sie ihr eigenes Leben mit dem von Freunden, Familie, völlig Fremden und Prominenten vergleichen. Vielleicht denken sie, dass jeder andere ein erfüllteres, reicheres oder aufregenderes Leben zu führen scheint. Das basiert auf dem winzigen, kuratierten Blick, den sie auf ihren Instagram- oder Facebook-Posts sehen. Die Entgiftung von ihren sozialen Verbindungen hilft, sich auf das zu konzentrieren, was im eigenen Leben wichtig ist, ohne sich mit anderen zu vergleichen.

Das Gefühl, etwas zu verpassen

Die Angst, etwas zu verpassen, auch bekannt als FOMO (Fear of Missing Out), ist die Befürchtung, dass Sie die Erfahrungen verpassen, die alle anderen machen. Ständige Konnektivität kann diese Angst nähren. Jedes Mal, wenn Sie ein kuratiertes Bild oder einen Beitrag über das Leben eines anderen sehen, kann es Ihnen das Gefühl geben, dass Ihr Leben weniger aufregend ist als das der anderen. FOMO kann auch dazu führen, dass Sie ständig auf Ihr Gerät schauen, aus Angst, dass Sie eine wichtige SMS, E-Mail oder einen Post verpassen.

Ein digitaler Entzug ist eine Möglichkeit, Grenzen zu setzen und die Angst, etwas zu verpassen, zu reduzieren. 

Anzeichen, dass Sie eine digitale Entgiftung brauchen könnten

Sie

  • sind ängstlich oder gestresst, wenn Sie Ihr Telefon nicht finden können.
  • fühlen sich gezwungen, alle paar Minuten auf Ihr Telefon zu schauen.
  • sind deprimiert, ängstlich oder wütend, nachdem Sie Zeit in den sozialen Medien verbracht haben.
  • sorgen sich über die Anzahl der Likes, Kommentare oder Wiederholungen Ihrer Beiträge in den sozialen Medien.
  • haben Angst, dass Sie etwas verpassen, wenn Sie Ihr Gerät nicht ständig überprüfen.
  • bleiben oft lange auf oder stehen früh auf, um auf Ihrem Telefon zu spielen.
  • haben Schwierigkeiten, sich auf eine Sache zu konzentrieren, ohne auf Ihr Telefon zu schauen

In unserem nächsten Beitrag erfahren Sie, wie Sie eine erfolgversprechende digitale Entgiftung durchführen können.

Diesen Beitrag haben wir übersetzt und gekürzt. Lesen die Originalversion auf www.verywellmind.com. Dort finden Sie auch konkrete Nachweise zu erwähnten Studien.