Wir erleben derzeit die bisherige Kulmination des Kriegs der Menschen gegen die Natur. Menschen gegen Tiere, Menschen gegen Menschen, Menschen gegen die Pflanzen, Pilze, Parasiten, Bakterien, also das gesamte Mikrobiom. Der Vernichtungsfeldzug gegen Viren, deren geschätzte Vielfalt größer ist, als alle Sterne im Universum, ist in vollem Gang.

In einer kleinen Serie schreibt unser Gastautor Uwe Karstädt über einen ganz neuen Denkansatz, den die Menschheit jetzt braucht, um zu überleben. Kernansatz dabei ist es, den Kampf gegen die Viren aufzugeben und sich zurück zu besinnen – zurück zur Natur. In den kommenden Tagen werden wir den Denkansatz in fünf Teilen für die Leser dieses Blocks exklusiv veröffentlichen.

Im ersten Teil geht es um die Kriege der Menschheit und ihre Konsequenzen.


Dem Virus den Krieg erklärt

Wir leben in Zeiten des Umbruchs und der Neuorientierung. Wenn uns das nicht schon in den letzten Jahren oder Jahrzehnten auf den vielen Ebenen unseres Lebens klar geworden sein sollte, dann doch wahrscheinlich im Jahr 2020 mit dem globalen gesundheitlichen, politischen und sozio-ökonomischen Szenario um Covid-19. In der von der WHO deklarierten Pandemie wurde diesem Virus sozusagen der Krieg erklärt mit wiederum weitreichenden Konsequenzen in alle Bereiche unseres Seins. Die Sprache konnte nicht deutlicher sein: „Krieg gegen den tödlichen Virus“ (Präsident Macron März2020), „Jede Sekunde wachsam sein“ (Kanzlerin Merkel April2020), „Kampf gegen den heimtückischen Feind“, „Noch haben wir nicht gewonnen“. Ich könnte noch 50 weitere Beispiele dieser Kriegs Rhetorik nennen.

Krieg gegen die Tiere

Seit Tausenden von Jahren war es Teil unserer Evolution als Mensch die großen Tiere, mit denen wir unseren Lebensraum auf dieser Erde teilten, umzubringen. Weil sie uns gefährlich erschienen oder ganz profan, um sie zu verspeisen. Mammuts, Bisons, Auerochsen, Wölfe, Bären, Nashörner und viele Raubkatzen sind schon verschwunden, werden bald verschwinden oder sind nur noch in Zoos zu besichtigen.

Kriege untereinander

Neid auf die Ressourcen anderer, Gier und Machtbesessenheit haben die Menschen geleitet sich in vielen Kriegen gegenseitig zu unterwerfen, umzubringen oder auszurotten wie den realen und sprichwörtlichen „letzten Mohikaner“. Im ersten Weltkrieg haben wir eine weitere rote Linie überschritten indem wir in großem Maß begannen chemische Waffen gegen die Feinde einzusetzen. Im zweiten Weltkrieg weitete sich diese Vernichtungsstrategie weiter aus.

Moderne Kriege

Nicht nur Menschen wurden in Massen umgebracht. Auch Mutter Natur mit ihren Lebewesen, Flora und Fauna und das gesamte Mikrobiom wurden mit Gasen, Giften, Penicillin und anderen Antibiotika angegriffen. Wir wähnten uns seitdem auch in diesem Bereich auf einem Feldzug gegen die Natur. Im Vietnamkrieg wurde der Dschungel mit „Agent Orange“ vernichtet. Die Nachfolger dieses chemischen Kampfstoffes und Entlaubungsmittels sind die Organophosphate, die unter dem Namen Glyphosat weiteren Bewohnern dieser Erde, den sogenannten Unkräutern den Garaus machen. Glyphosat vernichtet eben nicht nur als registriertes Antibiotikum das Mikrobiom, sondern auch alle Pflanzen außer den genmanipulierten Nutzpflanzen.

Lebenswert und nicht lebenswert

Allein der Name Unkraut ist bezeichnend für die Arroganz des Menschen, die Pflanzen in lebenswert und nicht lebenswert einzuteilen. Ähnlich war man schon mit Menschen umgegangen indem man sie als Unmenschen bezeichnete. Dem Wort folgte die Tat. Tötung, Rassismus, Nationalismus, Versklavung von Männern, Frauen, Kindern oder Beseitigung von lebensunwertem Leben sind die Auswüchse einer solchen Gesinnung.

Herrscher und Besitzer der Natur

In der offiziellen Lesart der Hersteller tun sie das aus erhabenen und edlen Gründen beispielsweise verwenden und empfehlen sie Glyphosat um den Hunger auf der Welt zu besiegen. So jedenfalls beschrieb es Monsanto für Jahrzehnte in seinen Hochglanzbroschuren. Descartes beschrieb den Menschen als den „Herrscher und Besitzer der Natur“ und dass wir folgerichtig ein Anrecht darauf hätten die Natur nach Gutdünken zu benutzen. Wir vernichten die grüne Lunge der Erde, den Urwald am Amazonas und jedes Unkraut um die Weltbevölkerung zu nähren. Wirklich?

Der Mensch zuerst

Als ob das Unkraut der Grund für den Welthunger wäre und nicht die politischen Entscheidungen und bestimmte sozio-ökonomische Instabilitäten. Die Bakterien und das restliche Mikrobiom wurden und werden bekämpft um die Menschheit gesünder zu machen. Wer kam auf diese verrückte Idee alles Lebendige abzutöten, um allein die Menschen am Leben zu erhalten? Wohin soll dieser Ansatz führen, der uns auf verschiedenen Ebenen begegnet? Da klingt noch der Slogan nach mit dem der amerikanische Präsident seinen Wahlkampf geführt hat. Gilt hier als Maxime „Der Mensch zuerst“ statt „Amerika first“?

Wir sägen den Ast ab, auf dem wir sitzen. Wir sind Teil der Natur. Wer die Natur vernichtet, vernichtet auch die Lebensgrundlage schlechthin.

 

Das erinnert an die Landstriche mit seelenlosen Mais- und Sojafeldern auf denen nichts mehr lebendig ist außer den auserwählten Pflanzen. Keine Käfer, keine Schmetterlinge, keine Bienen, keine Mäuse, kein Hase und kein Vogel. Wir beuten die Erde aus für Energiegewinnung und Wohlstand sowie seltene Erden für Kommunikationsgeräte und Luxus. Seit dem Beginn des Jahres 2020 kämpfen wir nun gegen das Corona-Virus. Es steht stellvertretend für all die anderen 1031 (eine Zahl 1 mit 186 Nullen!) Arten von Viren.

Der Vernichtungsfeldzug

Es ist die bisherige Kulmination des Kriegs gegen die Natur. Menschen gegen Tiere, Menschen gegen Menschen, Menschen gegen die Pflanzen, Pilze (ca. 5 Millionen Arten), Parasiten (ca.300 000 Arten) Bakterien (ca. 35-40 000 Arten), also das gesamte Mikrobiom und jetzt also der Vernichtungsfeldzug mit maskierten Männern und Frauen in Schutzanzügen gegen Viren, deren geschätzte Vielfalt also größer ist als alle Sterne im Universum.

 

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Uwe Karstädt Editor

Der bekannte Heilpraktiker und Gesundheitsautor trägt als Gastautor mit seinen Artikeln zu diesem Blog bei.

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