Wieso macht unsere Nahrung uns mehr und mehr krank? Das liegt am veränderten oder gestörten Mikrobiom. Krankheiten lassen sich lindern oder sogar heilen, wenn ein gesundes und vielfältiges Mikrobiom im Organismus wieder hergestellt wird. Ursache der Degeneration des Mikrobioms sind Umweltgifte, Chemikalien, Schwermetalle, Antibiotika, Medikamente und vor allem Pestizide und Herbizide.

Darm-Gehirn-Achse: die Verknüpfung von Bauch und Gehirn

Die Zeit zwischen meiner täglichen Arbeit mit den Menschen, die mich in meiner Praxis aufsuchen, meinen Recherchen, meiner Autorentätigkeit und meinen freudvollen Augenblicken, die ich mit meiner Frau und meinen Töchtern verbringe, verrinnt wie im Flug. Da mag es verwundern, dass mir neulich ein Artikel in die Hände fiel, der mich erfreute und erstaunte. Erfreut darüber, dass ich einer so großen deutschen Tageszeitung – der Süddeutschen Zeitung – einen langen Artikel über die Verknüpfung von Darm und Gehirn las: „Bauchsignale“.

Rolle des Mikrobioms

Erstaunt darüber, dass offensichtlich Mediziner auch bei schweren Erkrankungen wie Parkinson, Multipler Sklerose, Schlaganfall, Autismus und Depressionen den Darm und das Mikrobiom als Ursachen miteinbeziehen. Das Mikrobiom ist die Gesamtheit aller Kleinstlebewesen – Bakterien, Viren, Parasiten und Pilze – die in der Natur und damit auf jeder Pflanze und jedem Tier, in der Erde, vor allem im Humus und selbstverständlich in uns Menschen lebt.

Gravierende Zunahme an Verdauungsproblemen

Wenn wir uns die Statistiken der letzten Jahre über den Gesundheitszustand ansehen, dann entdecken wir eine gravierende Zunahme an Problemen mit der Verdauung. Auch in meine Praxis kommen zunehmend mehr Menschen mit Verdauungsproblemen. Sie reichen von schwerem Sodbrennen, Völlegefühl, Übelkeit, Blähungen bis hin zu Lebensmittelallergien und -empfindlichkeiten. Es gibt in Deutschland allein schon Hunderttausende von Menschen mit einer Glutenempfindlichkeit. Wir registrieren zunehmend mehr Menschen mit der Autoimmunerkrankung Zöliakie. Hinzu kommen viele Menschen, die noch gar nicht diagnostiziert sind und dennoch unter Glutenunverträglichkeit, Zöliakie oder Weizenallergie leiden.

Magen-Darm-Erkrankungen schon bei Kindern

Wir haben eine ganze Kaskade an Magen-Darm-Erkrankungen. Das geht von Magen- und Dünndarmgeschwüren, Divertikulitis, den entzündlichen Darmerkrankungen, bis hin zu schlechter Darm-Beweglichkeit mit Symptomen von Verstopfung und Durchfall oder des Reizdarmsyndroms. Dazu kommen auch mehr Beschwerden im Dickdarm bis hin zu rektalen Problemen und Kolitis, der Entzündung des Dickdarms. Es sind aber nicht nur erwachsene Menschen davon betroffen. Auch unsere Kinder sind schon seit frühestem Alter die Leidtragenden. Für viele Familien sind Darmerkrankungen und vor allem Allergien und Lebensmittelunverträglichkeiten eine stressbeladene Realität geworden, mit der sie täglich umgehen müssen.

Allergien und Unverträglichkeiten nehmen zu 

Es gibt kaum noch Kinder unter zehn Jahren, bei denen keine saisonale Allergie wie Heuschnupfen oder Hauterkrankungen, Nahrungsmittelallergien und Lebensmittelempfindlichkeiten diagnostiziert wurden. Früher war es die Ausnahme: Das Kind mit der Erdnussallergie. Als ich mich dieses Jahr das erste Mal beim Kindergartenfest meiner Töchter über die selbstgemachten Speisen auf den Gartentischen beugte, stand bei jeder Schüssel, jedem Kuchen, jeder Soße und jedem Nachtisch ein Kärtchen mit den möglichen Allergenen: Nüsse, Soja, Milch, Weizen, Hülsenfrüchte, Eier usw. usw. Aus meiner Kindheit und Jugend kann ich mich nicht erinnern, je mit diesen Themen konfrontiert worden zu sein. Keiner meiner Spielkameraden hatte Unverträglichkeiten, geschweige denn eine Allergie auf Getreide.

Heute rechnet man in den USA – dem Vorreiter für so vieles – damit, dass mit einer Zeitverzögerung von 5-10 Jahren auch bei uns 45% aller Kinder, die gerade auf die Welt kommen chronisch erkrankt sind. Sie haben Neurodermitis, Asthma, Allergien und diverse Unverträglichkeiten.

Mikrobiom krank – Mensch krank

Was geht da vor sich? Wieso verändert sich unsere Nahrung mehr und mehr zu einem krankmachenden Faktor, anstatt uns zu nähren? Ist es das veränderte oder gestörte Mikrobiom? Alle Signale deuten darauf hin. Auch die Wiederherstellung des Mikrobioms durch unterschiedliche therapeutische Ansätze bestätigt die Erkenntnisse, die in dem Zeitungsartikel beschrieben werden. Krankheiten lassen sich lindern oder sogar heilen, wenn ein gesundes und vielfältiges Mikrobiom den Organismus wieder hergestellt wird.

Vielfältige Ursachen der Störung

Wer aber die Störung des Mikrobioms als Gesundheitsstörung beschreibt, darf hier nicht stehenbleiben. Einen Schritt weiter auf dem Weg zur Ursache lenkt uns das zu der entscheidenden Frage: Was führt denn zur Degeneration des Mikrobioms? Hier landen wir unweigerlich bei den brennenden Themen im Gesundheitsbereich: Umweltgifte, Chemikalien, Schwermetalle, Antibiotika, Medikamente und vor allem Pestizide und Herbizide.

Glyphosat und Paraquat zerstören das Mikrobiom

Das als Antibiotikum registrierte Glyphosat sowie Paraquat, die beide als Herbizide verwendet werden, zerstören seit Jahrzehnten die Mikroflora und damit auch das Mikrobiom im Menschen in gewaltigem Ausmaß. Die Folgen sind in Ansätzen in dem Artikel beschrieben.

Der Zusammenhang von Glyphosat und Zöliakie ist aus der folgenden Grafik unschwer zu erkennen.

Zusammenhang von Glyphosat und Zöliakie

Zusammenhang von Glyphosat und Zöliakie

 

Hier geht es zum Artikel der Süddeutschen Zeitung über die Verknüpfung von Darm und Gehirn las: „Bauchsignale“

 

Uwe Karstädt Editor

Der bekannte Heilpraktiker und Gesundheitsautor trägt als Gastautor mit seinen Artikeln zu diesem Blog bei.

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