Neben einigen anderen gesundheitsschädlichen Wirkungen stört Glyphosat unsere natürliche Darmflora, was einen massiven Eingriff in das Immunsystem darstellt, und raubt uns zusätzlich wichtige Nährstoffe.

In einer Reihe von drei Beiträgen lesen Sie einen zusammengefassten Auszug aus Uwe Karstädts neuem Buch Elektrosmog und Glyphosat.

Auf einen Blick
  1. Glyphosat ist eine antimikrobiell wirksame Substanz, die 2010 als Antibiotikum registriert und patentiert wurde; das Eiweißmolekül befindet sich vor allem als Unkrautvernichtungsmittel in unserem Nahrungs- und Wassersystem.
  2. Als starker mineralischer Chelator zieht Glyphosat die lebenswichtigen Mineralien aus jedem Gewebe, mit dem es in Berührung kommt.
  3. Mit der massenweisen Verwendung von Glyphosat verzeichnen wir einen Anstieg vieler Krankheiten wie Diabetes und Demenz.
  4. Wir nehmen Glyphosat über verschiedene belastete Träger auf: Nahrung, Luft, Wasser, Kleidung; wir können dieses Gift zwar stark reduzieren, jedoch nicht ganz vermeiden.
  5. Neben einigen anderen gesundheitsschädlichen Wirkungen stört Glyphosat unsere natürliche Darmflora, was einen massiven Eingriff in das Immunsystem darstellt, und raubt uns zusätzlich wichtige Nährstoffe.

Die kaum bekannten Wirkungen von Glyphosat

Bayer, Monsanto und all die anderen Hersteller von Pestiziden sind Chemieunternehmen und keine »grünen« Saatguthersteller. Trotzdem beteuern sie immer wieder, dass Glyphosat für den Menschen unbedenklich sei. Worauf begründet sich deren Argumentation?

Die Untersuchungen stützen sich auf die Aussage, dass Glyphosat einen Enzymweg beeinflusst, der Bakterien, Pilze und Pflanzen abtötet. Man nennt diesen Weg den Shikimisäureweg oder Shikimatweg. Es handelt sich um einen siebenstufigen Stoffwechselweg, der von Pflanzen und den meisten Mikroorganismen für die Biosynthese, also die Herstellung von Folaten und aromatischen Aminosäuren (Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan), genutzt wird. Sie spielen sowohl als Bausteine von Proteinen wie auch beim Stoffwechsel eine zentrale Rolle. Dieser Shikimatweg ist bei Tieren und Menschen so nicht vorhanden. Wir müssen diese essenziellen Aminosäuren stattdessen aus der Nahrung beziehen.

Der Rückschluss, dass Glyphosat deswegen bei uns Menschen keine Rolle spielt, klingt zwar plausibel, greift aber viel zu kurz. Glyphosat nimmt uns drei der wichtigen essenziellen Aminosäuren und damit die Bausteine des Lebens. Gleichzeitig werden die Alkaloide beseitigt, die man auch als Heilsubstanzen der Pflanzen bezeichnen kann.

 

Darmschleimhaut

Shikimatwege sind in unseren Darmbakterien vorhanden

 

Die Bedeutung der Darmflora für unsere Gesundheit

Was Monsanto trotz besseren Wissens nicht veröffentlicht hat, ist, dass der Shikimatweg zwar nicht in unseren menschlichen Zellen, wohl aber in unseren Darmbakterien zu finden und daher für die Erhaltung unserer Gesundheit unerlässlich ist. Schon vor einiger Zeit haben Wissenschaftler entdeckt, dass Glyphosatherbizide den Shikimatweg in unseren Darmbakterien beeinflussen, von denen unser Immunsystem so umfassend abhängt. Immerhin schätzt man, dass die Darmbakterien für circa 90 Prozent des Immunsystems verantwortlich sind.

Glyphosat greift also in den Shikimatweg ein, der sowohl von Mikroben als auch von Pflanzen zur Produktion von essenziellen aromatischen Aminosäuren genutzt wird. Unsere eigenen Zellen haben diesen Weg nicht, sodass sie auf Nahrungsquellen und die Synthese durch Darmmikroben angewiesen sind, um Nährstoffe zu liefern. Diese sind Vorläufer für viele biologisch wichtige Moleküle wie die Neurotransmitter

  • Serotonin,
  • Melatonin,
  • Dopamin,
  • Noradrenalin,
  • Melanin und
  • Vitamine wie Vitamin E, Vitamin K und andere.

Für jede einzelne menschliche Zelle werden circa zehn Bakterien benötigt, um unsere Körperfunktionen aufrechtzuerhalten. Diese zehn unterstützenden Bakterien sind also essenziell für das Leben einer einzigen Zelle.

Stoffe, die die Unterstützer schädigen, vernichten damit indirekt auch die Zelle. Wer diesen Umstand ausblendet – sei es aus Nichtwissen oder aus kalkuliertem Verschweigen – handelt vollkommen an der Realität von wissenschaftlichen Erkenntnissen vorbei. Glyphosat funktioniert als ein effektives Unkrautvernichtungsmittel. Sprüht man es auf Weizen, dann stirbt der Weizen in 1–3 Tagen ab. Der Tod dieser Pflanze wird ausgelöst, weil die Proteinstrukturen zerstört sind.

Das Problem mit den Zulieferern

Der Grund, warum man uns versichert, dass dies für den Menschen keine Gefahr darstellt, ist, dass wir über diesen Enzymweg nicht verfügen, der die Aminosauren oder Proteinbausteine herstellt. Wir als Menschen stellen diese Aminosäuren also nicht her, sind aber auf sie angewiesen, da sie zu unserer Gesamtausstattung gehören. Um die drei essenziellen Aminosauren – Phenylalanin, Tyrosin und Tryptophan – zu bekommen, weiß sich die Evolution in der Natur zu helfen: Wir lassen sie von anderen fertigen.

 

In der Industrie wurde man sagen, »vom Zulieferer produzieren«. Doch wer sind diese Zulieferer?

  • Die entsprechenden Pflanzen,
  • Tiere, die solche Pflanzen essen und
  • unsere körpereigenen »Haustiere«, das heißt, deren Darmflora und gesamtes Mikrobiom.
Gesunde Verdauung sorgt für Energie

Pflanzen, Tiere, die solche Pflanzen essen und unsere Darmflora mit gesamtem Mikrobiom sind unsere Zulieferer.

Bedauerlicherweise werden genau diese Zulieferer von Glyphosat massiv geschädigt oder gar ganz eliminiert. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse sind nicht neu und müssen nur ausreichend beachtet werden. Wer die Basis unseres Immunsystems zerstört, braucht sich nicht zu wundern, dass wir zunehmend mit Defiziten des Immunsystems zu tun haben. Nicht umsonst werden wir über Epidemien oder Pandemien wie SARS, MERS und COVID-19 genau darauf aufmerksam gemacht.

Vermeidung von Glyphosat

Nahrung und Getränke

Auf den Punkt gebracht: Alle Nahrungsmittel und Getränke, die aus biologischem Anbau stammen, sind nur gering belastet. Da Glyphosat ein wasserlösliches Herbizid und Antibiotikum ist, ist es schon seit Langem in unserem Wasserkreislauf angekommen. Das waren über mehrere Jahrzehnte jährlich einige Millionen Kilogramm Glyphosat. Dieses landete und landet in den Flüssen, Seen und Weltmeeren und damit in den Wolken, die dann auf uns herabregnen. Auch biologisch angebaute Nahrung weist durch den Regen immer noch Glyphosat auf, allerdings in weit geringeren Konzentrationen.

Wer denkt, dass Glyphosat in tierischen Produkten nicht zu finden wäre, irrt, da die Tiere auch glyphosatbelastetes Futter zu fressen bekommen und es sich damit auch im Fleisch und Geflügel ansammelt. Auch Fische aus Farmen werden mit Soja und damit Glyphosat gefüttert.

Ein ähnliches Szenario gilt für Getränke. Bei Bier und Wein weiß man schon lange, dass sie zum Teil mit erheblich hohen Mengen an Glyphosat belastet sind. Auch hier gilt das Gleiche bei der Auswahl. Kaufen Sie Fruchtsäfte, Gemüsesäfte, Tees und alkoholische Getränke nur im Naturkostladen oder aus Quellen, die Ihnen bekannt sind und als unbedenklich gelten, etwa aus Streuobstwiesen von Bauern, die nicht spritzen.

Beim Wasser gelten leider die gleichen Vorsichtsmaßnahmen. Man sollte nicht nur sein Trinkwasser, sondern auch jegliches Wasser, das man zum Kochen braucht, mithilfe eines effektiven Wasserfilters reinigen. Gekauftes Wasser in Flaschen ist dabei keine Lösung.

Kleidung

Wer hätte geahnt, dass wir uns auch bei unseren geliebten Kleidungsstücken aus Naturmaterialien wie Baumwolle die Frage nach Glyphosat-Rückstanden stellen müssen? Warum? Baumwolle ist eine der am massivsten besprühten Pflanzen weltweit. Die Rückstände verschwinden nicht bei der Verarbeitung und beim Waschen, sondern landen direkt auf unserer Haut.

Die Haut ist ein Aufnahmeorgan für kleinste Partikel und damit auch für Glyphosat. Auch hier gilt das gleiche Prinzip wie bei den Nahrungsmitteln und Getränken. Achten Sie wenigstens bei der direkt auf der Haut getragenen Wäsche auf unbelastete Materialien. Es gibt inzwischen sehr modische Jeans, Hemden und Blusen aus unbelasteten Materialien. Auch hier gilt: Die Menge macht´s. Wer nur die Hälfte seiner Garderobe durch Kleidungsstücke aus glyphosatfreien Stoffen ersetzt, reduziert auch die Belastung durch am Körper getragene Materialien um 50 Prozent.

Glyphosat

Glyphosat auf den Feldern und in der Lu

Luft

Jahrelang haben wir gehört, wie schlecht die Luft in der Stadt ist. Und wer einmal richtig durchatmen will, der bewege sich am besten aufs Land. Inzwischen muss man diesen Rat etwas differenzierter betrachten. In Zeiten, wo Felder mit Glyphosat besprüht werden, ist es nicht mehr ratsam, diese Luft einzuatmen. Achten Sie also darauf, wenn Sie solche Aufenthalte planen! Womöglich sind Sie im Wald, auf den Bergen, aber auch in den Parks der Städte besser aufgehoben, also überall dort, wo keine Anbauflächen zu finden sind, die mit Glyphosat besprüht werden.

Darmflora und Mikrobiom

Da Glyphosat als registriertes Antibiotikum die Darmflora zerstört, empfehlen sich Nahrungsmittel, die eben diese Darmflora beziehungsweise das Mikrobiom wiederaufbauen. Neben dem Apfelessig, dem Sauerkraut sowie anderen fermentierten Nahrungsmitteln und Getränken sollen vermehrt Nahrungsmittel und Nahrungsergänzungen mit probiotischen und präbiotischen Inhalten zum Einsatz kommen. Präbiotika sind das Futter für die Probiotika. Zu den Nahrungsmitteln mit reichlich Bakterien zählen auch verschiedene Käse wie Roquefort.

Präbiotika

Die präbiotischen Ballaststoffe kommen ganz besonders in folgenden Gemüsearten vor:

  • Chicorée
  • Zichorienwurzel (Wurzel der Wegwarte)
  • Topinambur
  • Artischocken
  • Pastinaken
  • Löwenzahnwurzel
  • Porree
  • Zwiebeln
  • Schwarzwurzeln
 

Probiotika

Nach den neuesten Erkenntnissen enthält ein gutes Probiotika-Präparat mehrere Bakterienarten. Eine Mischung aus verschiedenen Probiotika-Arten, darunter Bifidobakterien, Milchsäurebakterien und Enterokokken, hat eine größere Wirkung als ein einzelner Stamm. Die Kombination aus mehreren Probiotika-Arten hat viele Vorteile. Sie sollte aus mindestens sechs verschiedenen Stämmen bestehen, z.B. Saccharomyces boulardiiLactobacillus bulgaricus, Bifidobacterium infantisLactobacillus plantarumBifidobacterium longum und Streptococcus thermophilus.

Vitamine

Nahrungsergänzung

Glyphosat ist ein starker Chelator für bestimmte Mineralien. Eine der ersten Verwendungen von Glyphosat war es, Rohre von Mineralienablagerungen zu befreien. Dafür wurde es sogar patentiert. Neben Eisen und Molybdän ist es auch das Mangan, an das sich Glyphosat sehr gut bindet. Manganmangel führt zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen. So werden neben dem Darm auch die Mitochondrien und viele Funktionen des Gehirns negativ beeinflusst. Es ist also vorteilhaft, wenn Sie bei Ihrer Nahrungsergänzung auf diese Mineralien achten.

Eine weitere Maßnahme: die Einnahme von Vitamin C. Über die Notwendigkeit und die Auswirkungen von Vitamin C möchte ich an dieser Stelle keine weiteren Worte verlieren. Es gibt bereits Hunderte von ausreichend belegten Studien. Was aber eine große Rolle spielt, ist die Darreichungsform von Vitamin C und damit auch die Fähigkeit unseres Körpers, dieses Vitamin aufzunehmen. Es gibt eine spezielle liposomale Form von Vitamin C, die circa 20-mal besser aufgenommen wird als viele der herkömmlichen Nahrungsergänzungsmittel.

 

Lesen Sie ausführlich zu diesem Thema in meinem Buch Elektrosmog und Glyphosat.

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier finden Sie Teil 1 und 2:

 

Uwe Karstädt Editor

Der bekannte Heilpraktiker und Gesundheitsautor trägt als Gastautor mit seinen Artikeln zu diesem Blog bei.

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