Der überwiegende Teil des Immunsystems, aber auch die Herstellung von Serotonin und Dopamin sind im Darm verortet. So hat der Parasympathikus größten Einfluss auf unser körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Um die Auswirkungen von künstlichen elektromagnetischen Feldern zu verstehen, ist es hilfreich, neben all den schon beschriebenen Zusammenhängen auch ein Verständnis über Sympathikus und Parasympathikus zu erlangen. Unser unwillkürliches beziehungsweise vegetatives Nervensystem ist – wie so vieles in unserem Körper – auf zwei gegensätzliche und sich doch ergänzende Prinzipien aufgebaut.

Aktiv in den Ruhepausen

Der Parasympathicus ist der Teil des vegetativen Nervensystems, der in den Ruhephasen am aktivsten ist, das heißt, wenn der Körper keiner Bedrohung oder Herausforderung ausgesetzt ist. Er aktiviert die Verdauung. Deswegen hören Sie die Bauchgeräusche besonders dann, wenn Sie sich in die Ruhe begeben – beispielsweise beim Meditieren oder während eines Mittagsschläfchens. Da wir wissen, dass der überwiegende Teil des Immunsystems, aber auch die Herstellung von Serotonin und Dopamin im Darm verortet sind, hat der Parasympathikus größten Einfluss auf unser körperliches und seelisches Wohlbefinden.

Das parasympathische Nervensystem

Das parasympathische Nervensystem

 

Auflademodus

Der Parasympathikus dient der Regeneration und dem Aufbau von Energiereserven. Mit ihm sind wir im Auflademodus unserer körperlichen »Batterien«. Damit wird der Normalzustand des Körpers wiederhergestellt. Der Parasympathikus fördert auch die Ausscheidung von Urin und Stuhl sowie weitere körperliche Funktionen. Folglich schafft der Parasympathikus Leistungsreserven und befähigt uns, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen und adäquat zu bewältigen.

Regenieren und entgiften

Zentrale Aufgaben dabei sind die Energiespeicherung und -bereitstellung. Der Schlaf sollte im Idealfall die Zeitspanne sein, in der sich die parasympathische Grundstimmung breitmacht. Im Schlaf laden wir uns auf, regenerieren und entgiften. Wir bilden die notwendigen Hormone, Neurotransmitter und Aminosäuren, um für den aktionsgeladenen Alltag gerüstet zu sein. Aber nicht nur in der Nacht ist der Parasympathikus aktiv.

Schutz gegen stressbedingte Krankheiten

Ideal wäre es auch, zwischen den Kampf und Fluchtphasen immer wieder in die entspannte, heitere, beobachtende und daher regenerierende Grundstimmung zu wechseln. Der Parasympathikus hat nämlich auch eine Schutzfunktion gegen stressbedingte Erkrankungen und Gesundheitsgefährdungen, die infolge einer chronischen Überaktivierung des Sympathikus auftreten.

Typische Risiken bei chronischer Überaktivierung des Sympathikus:

  • Koronare Herzerkrankung
  • Bluthochdruck
  • Schlaganfall
  • Herzrhythmusstörungen, Herzinfarkt, Herzinsuffizienz
  • Diabetes
  • Immunerkrankungen, Entzündungen
  • Psychosomatische Störungen
  • Burnout, Angststörungen, Panikattacken, Schlafstörungen

Gesunder Darm

Das parasympathische Nervensystem aktiviert sämtliche Funktionen der Verdauung wie beispielsweise die Speichelproduktion im Mund, während es im Magen und Darm die Aktivität der glatten Muskulatur und der Drüsen anregt. Auf diese Weise kann der Magen die Speisen desinfizieren und damit beginnen, sie zu zerlegen. Die erhöhte Aktivität der glatten Muskeln fördert die Peristaltik (Magen- und Darmbewegung), die den Transport von Nahrung durch den Magen und Darm beschleunigt und sie in einen leichter verdaulichen Speisebrei verwandelt.

Die erhöhte Drüsenaktivität im Darm steigert die Produktion und Sekretion von Verdauungsenzymen der Bauchspeicheldrüse, um die Nahrung aufzuspalten, sowie die Produktion von Schleim und anderen Flüssigkeiten. Dadurch wird die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen gefördert. Aus diesem Grund haben uns schon unsere Mütter ermahnt, in Ruhe zu essen. Sie wussten um den Parasympathikus, aber sie hatten vermutlich das Wort noch nie gehört.

Parasympathikus – das Multitalent

Hier eine kleine Auswahl von Funktionen, die vom Vagusnerv (Hauptnerv des Parasympathikus) unterstützt werden: Im Herz-Kreislauf-System senkt das parasympathische Nervensystem Herzfrequenz und Blutdruck und leitet das Blut aus den Muskeln in den Darm und in seine glatte Muskulatur. Dass sich Meditation oder andere Formen der »Innenschau« positiv auf unser gestresstes Herz auswirken, haben auch die Krankenkassen erkannt und zahlen entsprechende Kurse.

In der Lunge bewirkt das parasympathische Nervensystem eine Verengung der Bronchiolen und erhöht die Sekretproduktion ihrer kleinen Drüsen. Im Auge bewirkt das parasympathische Nervensystem die Verengung der Pupille, was zur Folge hat, dass weniger Licht zur Netzhaut vordringt. Darüber hinaus regt es die Kontraktion der Ziliarmuskeln an, was zu einer stärkeren Linsenkrümmung führt. Damit wird die Schärfentiefe erhöht.

Erfahren Sie in meinem nächsten Beitrag, welche Auswirkungen Dauerstress – insbesondere verursacht durch Elektrosmog – auf unser Nervensystem hat.

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Uwe Karstädt Editor

Der bekannte Heilpraktiker und Gesundheitsautor trägt als Gastautor mit seinen Artikeln zu diesem Blog bei.

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