Lektine – Die unbekannte Substanz

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Wenn Sie noch nie von Lektinen gehört haben, befinden Sie sich in bester Gesellschaft. Sie werden kaum einen Arzt oder Gesundheitsberater finden, der mit diesem Begriff wirklich vertraut ist.

Gluten ist ein Lektin

Manche Menschen haben vor einigen Jahren einmal etwas von Lektinen im Zusammenhang mit der Blutgruppendiät gelesen. Dennoch kennen die meisten von Ihnen wenigstens ein Lektin, wenn auch nicht unter diesem Namen: das vielbeschriebene Gluten.

Gluten ist ein Lektin und hat gerade in den letzten Jahren große Aufmerksamkeit genossen. Es ist aber nur ein Lektin von Tausenden anderer Lektine, die man hauptsächlich in Pflanzen finden kann. Lektine kommen in fast allen Pflanzen zu unterschiedlichen prozentualen Anteilen vor mit unterschiedlicher Auswirkung und Zerstörungskraft für Ihre Gesundheit. Sie sind aber auch in Fleisch, Geflügel und Fisch zu finden, da den Tieren mit Mais, Getreide und Soja lektinhaltiges Kraftfutter verabreicht wird. Dabei würden sie solche Nahrungsmittel normalerweise gar nicht fressen.

Somit kommen Lektine in der überwiegenden Mehrheit der Lebensmittel vor, die aus konventioneller Erzeugung stammen. Wobei dies nicht nur für Tiere nachteilig ist. Auch wir Menschen sind nicht ausgestattet, gut mit Soja, anderen Hülsenfrüchten sowie Getreide als Hauptnahrungsmittel umzugehen. Die Aussagen der Lebensmittelindustrie in Bezug auf Soja und Getreide sind reine Werbung und basieren weder auf ernährungsphysiologischen, noch auf evolutionären Tatsachen.

Auch Pflanzen wollen überleben

Lange bevor der Mensch die Erde bevölkerte, schützten sich die Pflanzen und ihre Nachkommen vor hungrigen Insekten, indem sie Giftstoffe in den Samen und anderen Pflanzenteilen produzierten. Das taten sie beispielsweise in den Schalen der Früchte und der Haut sogenannter Gemüsefrüchte wie Paprika, Tomaten oder Auberginen. Lektine zählen zu diesen Giftstoffen.

In der ersten Phase einer grünen Vegetation auf unserer Erde herrschten für die Pflanzen paradiesische Zustände: Sie hatten keine Feinde. Die Grenzen ihres Wachstums waren lediglich dort, wo sich bereits andere Pflanzen ausgebreitet hatten. Das Paradies bestand darin, dass es keine Lebewesen gab, die sie fressen wollten. Das war ein friedlicher Zustand ohne Feinde. Erst mit dem Auftreten von Insekten begann – wenn man das so bezeichnen will – der Kampf zwischen den Pflanzen und ihren Fressfeinden, also zwischen Flora und Fauna.

Fressfeinde abwehren

Die Pflanzen waren entwicklungsgeschichtlich gesehen »plötzlich« in der Situation, ihr Überleben sichern zu müssen. Ansonsten fanden sie sich als nährstoffreiche Mahlzeit im Magen eines anderen Lebewesens wieder. Das Überleben einer Pflanze war ab diesem Zeitpunkt davon abhängig, ob sie einen geschickten und effektiven Weg finden würde, sich zu schützen und die Fressfeinde abzuwehren oder zu verschrecken.

Da die ersten Raubtiere Insekten waren, entwickelten die Pflanzen Lektine, die jeden Käfer lähmten, der sie zu fressen versuchte. Offensichtlich besteht zwar ein ziemlicher Größenunterschied zwischen Insekten und Säugetieren. Aber beide reagieren auf dieses Nervengift. Symptome an den Nerven, die sich wie leichte Lähmungen anfühlen, können ein Hinweis darauf sein, dass die Lektine ihr Potenzial ausspielen.

Potential zu töten

Auch wenn eine einzelne Erdnuss mit ihren Erdnuss-Lektinen prinzipiell das Potenzial besitzt, einen Menschen zu töten, wird man für gewöhnlich nicht innerhalb von Minuten von dem Verzehr solcher Lektine gelähmt. Aber gegen die langfristigen Auswirkungen des Verzehrs bestimmter Pflanzenstoffe sind wir nicht immun. Wegen der großen Anzahl von Zellen im menschlichen Körper – wir sprechen von circa 80 Milliarden Zellen – nehmen wir allerdings die schädlichen Folgen des Verzehrs solcher Lektine über Jahre hinweg nicht wahr.

Pflanzengift auf leisen Sohlen

Die Pflanzenwelt begann sich zu schützen, indem sie in langsamen Evolutionsschritten verschiedene Substanzen herstellte. dazu zählen Säuren wie Oxalsäure oder Phytinsäure, Saponine, Tannine, Glykoside sowie eine ganze Reihe von Alkaloiden, Bitterstoffen und viele andere sekundäre Pflanzenstoffe. Doch eine der stärksten Waffen einer Pflanze sind die Lektine. Es stellt sich heraus, dass dieselben Pflanzengifte, die ein Insekt töten oder lähmen können, auch ohne Weiteres der Gesundheit von größeren Fressfeinden wie beispielsweise dem Menschen schaden können.

Warnung vor dem Verzehr

Pflanzen sind in der Lage, den Vertilgern ihrer Spezies ausreichend großen Schaden zuzufügen und es ihm schlecht gehen zu lassen. Letzteres könnte und sollte als Warnung verstanden werden, diese Nahrungsmittel nicht mehr zu essen. Wer noch im guten Kontakt mit seinem Körper ist, nimmt wahr, wenn es ihm nach dem Verzehr bestimmter Speisen nicht gut geht. So fällt beispielsweise die Energie ab anstatt zu steigen.

Das war gerade in früheren Zeiten wichtig, denn wir Menschen mussten stets bereit sein, uns zu verteidigen oder zu flüchten. Wem es schlecht ging und wer nicht genug Kraft hatte, um zu flüchten oder sich zu wehren, der hatte schlechtere Karten im Überlebenskampf und war dementsprechend anfällig dafür, selbst Beute zu werden und sein Leben als Mahl-zeit für einen Jäger zu beschließen.

Auf seinen Körper hören

Auf seinen Körper zu hören und die Anzeichen und Ursachen für einen Kraftverlust wahrzunehmen und zu eliminieren, war also eine Frage des Überlebens. Bedauerlicherweise ist bei uns Menschen der heutigen Zeit ein derart sensibles Körperbewusstsein eher die Ausnahme. Sonst wäre es kaum zu verstehen, warum wir uns jeden Tag Lebensmittel einverleiben, die uns schlicht und einfach das Leben zur Hölle machen und uns müde und ausgelaugt zurücklassen.

Spürbarer Energieverlust

Viele von uns greifen lieber auf Medikamente, Säureblocker, Schmerzmittel und vieles andere zurück, als sich von den auslösenden Nahrungsmitteln fernzuhalten. Wer noch einigermaßen in Kontakt mit sich und seinem Körper ist, nimmt deutlich wahr, dass Kuchen, Süßigkeiten, Alkohol, Fast Food und viele andere »Segnungen« der Lebensmittelindustrie einen Energieverlust nach sich ziehen.

Antinährstoff Lektine

Aber auch die hier beschriebenen Nahrungsmittel mit Antinährstoffen wie beispielsweise Lektinen gehören zu dieser kraftraubenden Auswahl. Man nimmt beim Verzehr dieser lektinreichen Nahrungsmittel in Kauf, ebenso seine Lebenskraft zu verlieren wie die Potenz und Libido, die Klarheit des Denkens und das Erinnerungsvermögen. Das Widersprüchliche daran ist ja, dass viele pflanzliche Nahrungsmittel hinsichtlich der Inhaltsstoffe gut für Sie wären, denn sie sind voller Vitamine und Mineralien und wären eine vorzügliche Mahlzeit.

Mit Kampfstoffen ausgestattet

Nur sind sie aber leider eben auch mit den »Kampfstoffen« ausgestattet, die Sie krank oder übergewichtig machen können. Vielleicht sind sie gerade wegen ihres hohen Gehalts an Nährstoffen auch besser durch einen höheren Gehalt an Lektinen geschützt. Aus Sicht der Pflanze ergibt es jedenfalls Sinn, die Nachkommen und die einst nährstoffreichen Teile besonders zu schützen. Auch in unserem Leben wird immer dann eine Sicherheitseskorte herbeibemüht, wenn wir etwas Schützenswertes bewachen wollen wie zum Beispiel einen Geldtransport.

 

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Rainer Kitza Administrator
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Als Autor dieses Blogs teile ich gerne meine Erfahrung und mein Wissen über Gesundheit und Heilung, das ich durch Studium und Erfahrung in vielen Jahren gesammelt habe.

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