NAD+ und NADP unterscheiden sich nur über das Phosphat als ein zusätzliches »Anhängsel«. Es ist eine Phosphatgruppe, die durch das Enzym NADK (NAD-Kinase) an NAD+ und NADH angehängt wird. Damit entsteht NADPH, die sogenannte Batterie Ihrer Zelle. NADPH ist der eigentliche Energieträger in Ihrer Zelle und nicht die Mitochondrien. Das Molekül NADPH stellt ein Reservoir von Elektronen zur Verfügung. Es ist die stabilste Form von Energiespeicherung, die uns bekannt ist.
Wie NADPH Antioxidantien wieder auflädt
Um Schäden zu reparieren, die durch freie Radikale entstanden sind, nutzt NADPH seine Elektronen. Sie sind der Wasserstoffanteil – also das »H« in NADPH. Damit werden Antioxidantien wie Vitamin A, C und E oder Glutathion wieder aufgeladen, wenn sie ihr Elektron abgegeben haben und damit »verbraucht« sind. NADHP sorgt also dafür, dass die »verbrauchten« Antioxidantien wieder »recycled« und in ihre aktive funktionelle Form zurückgeführt werden. Dazu braucht es eine Reihe von enzymkatalysierten Reaktionen, die nur das NADPH leisten kann. So wird beispielsweise das als Superantioxidans gefeierte Glutathion nach einer Aktion der Radikalenbindung schon unbrauchbar, wenn es eben nicht wieder aufgeladen wird.
Antioxidantien: Segen und mögliche Schattenseiten
Antioxidantien wirken, indem sie ein Elektron spenden, um freie Radikale zu neutralisieren. Sobald Antioxidantien ihr Elektron gespendet haben, werden sie unbrauchbar. Sie können aber auch als Prooxidantien wirken. Ein Prooxidans fördert die Bildung freier Sauerstoffradikale, ist also das genaue Gegenteil eines Antioxidans. Um wieder als Antioxidantien zu wirken, müssen sie eben wieder aufgeladen werden, wie man das bei wiederaufladbaren Batterien macht, die verbraucht sind.
Warum Antioxidantien ohne NADPH nur begrenzt wirken
Deswegen ist die Einnahme von Antioxidantien zwar hilfreich, aber ohne das Molekül NADPH nicht wirklich durchschlagend und eher mit einem Strohfeuer zu vergleichen. Um eine akute Situation – sagen wir mal für 3–4 Tage – zu beseitigen, sind sie durchaus angesagt. Bei akuten Infekten kann und sollte man für eine kurze Zeit die Vitamin-C-Zufuhr erhöhen, entweder durch Infusionen oder durch die Einnahme von liposomalem Vitamin C oder anderen Antioxidantien.
Freie Radikale – nicht immer schädlich
Doch auch mit der täglichen Zufuhr solcher Antioxidantien kann man den Alterungsprozess nicht verlangsamen. Dazu braucht es die konstante Aktion von Antioxidantien. Es gibt viele Studien, die belegen, dass die ständige Einnahme von Antioxidantien nicht zielführend ist. Freie Radikale spielen ja im Körper auch eine nützliche Rolle, da sie bestimmte Toxine unschädlich machen können.
Das Problem geladener Antioxidantien in der Zelle
Das Hauptproblem besteht darin, dass Antioxidantien wie die Vitamine E und C sowie Glutathion geladene Moleküle sind, die aufgrund ihrer Ladung die Zellmembranen nicht leicht durchdringen und somit in die Zellen eindringen können. Deshalb sollten Sie die NADPH-Elektronen nutzen, um die bereits in Ihren Zellen vorhandenen Antioxidantien wieder aufzuladen.
Liposomale Formen als Ausnahmefall
Eine der Ausnahmen, um die Antioxidantien in der Zelle zu erhöhen, ist die Aufnahme von liposomalem Vitamin C oder liposomalem Glutathion. Wer sich die normalen Antioxidantien also ständig als Nahrungsergänzungen zuführt und nicht nur in akuten Situationen wie bei einem grippalen Infekt, wird keinen Vorteil davon haben. Die Gefahr liegt in dem schnellen Verbrauch nach der Abgabe der Elektronen und der Bildung von Prooxidantien.
NADPH für Anti-Aging und Zellgesundheit
Die Wirkung für das »Anti-Aging« innerhalb der Zelle ist bei dieser Methode praktisch nicht vorhanden. Die Strategie, die den größten Erfolg versprechen würde, wäre den NADPH-Spiegel zu erhöhen, um die schon vorhandenen Antioxidantien zu aktivieren, besonders diejenigen in der Zelle.
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